Weinaromen – komplex und vielfältig

Wein schmeckt zunächst einmal „nach Wein“ – das heißt, dass es einen typischen Geschmack geben muss, der uns den Wein als solchen sofort erkennen lässt. Selbst wenig erfahrene Zungen können dabei meist „blind“ herausschmecken, ob es sich um einen Weiß- oder Rotwein handelt. Es gibt viele Menschen, die darüber hinaus erkennen, welche Rebsorte(n) für einen bestimmten Wein verwendet wurden. Nicht wenige Weinfreunde können einem überdies sagen, aus welchem Anbaugebiet der gerade verkostete Wein stammt. Und es gibt sogar eine Anzahl von Menschen auf dieser Welt, die in der Lage sind, das Erzeugerweingut relativ genau zu bestimmen, während die absolute „Creme“ der Sommeliers und Weinliebhaber noch eins draufsetzt und – für uns „normale“ Zungen unfassbar – gleich den Jahrgang mit erkennt. 

Weißwein ist also nicht gleich Weißwein, und Rotwein nicht gleich Rotwein. Was also unterscheidet die Weine voneinander? Es ist diese ungeheure Fülle von über 500 (!) nachgewiesenen Aromen, die im Wein wahrgenommen werden können! Sieht man einmal von vollkommen exotischen Anteilen ab, die nur ganz versierte Kenner mit jahre- oder jahrzehntelanger Erfahrung überhaupt identifizieren können, sind die vordergründigen Hauptaromen relativ schnell ausgemacht, wenn man sich erst einmal auf das gleichermaßen langwierige wie kurzweilige Verkosten unterschiedlicher Weine eingelassen hat. 

Ganz wichtig ist dabei, dass man vorurteilsfrei an dieses Thema herangeht und nicht zusammenzuckt, wenn jemand glaubt, dass ihn der Duft eines bestimmten Weins z.B. auch an „Leder“ und „Pferdeschweiß“ erinnert. Das ist weder eklig, noch ist tatsächlich Pferdeschweiß im Wein – es ist bloß die wichtige Erkenntnis, dass manche Weine auch eine „animalische“ Note haben können. Und genau diese Eigenschaften machen den Unterschied zu Alltagsweinen aus! Wer einmal eine „Reserva“ aus dem spanischen Anbaugebiet „Ribera del Duero“ getrunken hat, weiß, wovon hier die Rede ist.

Quelle: https://fornara.de