Strohhalme aus Plastik – die besten Alternativen

Lara sitzt mit ihrer Freundin im Café. Sie zieht an ihrem Strohhalm, schlürft ihren Eistee und lacht mit ihrer Freundin über den neuesten Schulklatsch. Für sie ist die Welt in Ordnung. Doch das Ding in ihrem Getränk ist nicht in Ordnung für die Welt. Denn die unscheinbaren Plastikstrohhalme landen oft nicht in der Mülltonne, sondern in Bächen oder Flüssen und an Stränden. Von dort gelangen sie ins Meer, wo sie das Leben von Fischen, Schildkröten oder Delphinen gefährden.

EU-Parlament entscheidet über Plastik-Verbot in der Europäischen Union

Die EU will Strohhalme wie auch Plastikteller, dünne Plastiktüten und andere Kunststoff-Wegwerfartikel verbieten. An diesem Mittwoch hat das EU-Parlament in Straßburg mit großer Mehrheit für einen entsprechenden Richtlinienentwurf gestimmt. Nun müssen sich die Mitgliedstaaten auf eine gemeinsame Linie einigen. Schaffen sie das wie geplant im kommenden Jahr, müssten die Staaten (also auch Deutschland) die neuen Regeln bis 2021 umsetzen.

Plastik ist ein Problem, denn es zerfällt sehr langsam und häuft sich besonders im Meer und an Stränden. Bis zu 85 Prozent aller in der EU angespülten Abfälle sind aus Kunststoff. Etwa die Hälfte davon sind weggeschmissene Einwegprodukte wie zum Beispiel Strohhalme.

Laut Naturschutzbund Deutschland werden allein davon weltweit jedes Jahr rund 36 Milliarden Stück produziert – nur, um sie nach ein paar Zügen wegzuschmeißen. Manche Menschen wollen, andere (zum Beispiel sehr alte Leute oder Kleinkinder) können nicht darauf verzichten.

Zum Glück gibt es Alternativen zum Plastik – und immer mehr Bars und Restaurants denken um. Hier kommen meine drei Favoriten:

1. Alternative zum Plastik-Strohhalm: Die Nudel

Auf den ersten Blick könnte man denken, man hätte sich in ein italienisches Restaurant verirrt, wenn man sich in der Bäckerei „Backsüchtig“ in Bielefeld umschaut. Dort stehen Gläser mit Makkaroni auf dem Tisch. Die langen Nudeln sind in der Mitte hohl und eignen sich deshalb bestens als Ersatz zum Plastik-Strohhalm. Zugegeben: Glutenfrei sind die Getränke damit nicht mehr ganz. Plastikfrei aber allemal. Der Bäcker stellt die Nudeln selbst her und rühmt sich damit, so der Umwelt einen Gefallen zu tun. Ganz optimal ist das Konzept zwar noch nicht. Kunden meckern bei Facebook, dass man so wertvolle Nahrungsmittel wegschmeiße. Doch es ist ein Anfang und, so verspricht der Bäcker, die meisten Gäste knabberten die Makkaroni ohnehin einfach weg.

2. Alternative zum Plastik-Strohhalm: Der Stroh-Halm

Am Lummenfelsen auf der Insel Helgoland gibt es Vögel, die ihre Nester aus Müll bauen. Die Kurverwaltung wollte das nicht länger mit ansehen. Gemeinsam mit dem Unternehmen Kampmann International bietet Helgoland nun echte Halme aus Stroh an. Alle Gastronomen auf der Insel sollen mitziehen. Der Name: Nesterhalm. Die Idee: Falls der Wind einen davon an den Strand weht, können die Vögel daraus bedenkenlos ihre Nester bauen. Selbst die Aufdrucke sollen aus Lebensmittelfarbe und damit vollständig biologisch abbaubar sein. Den Anfang machte das Dünenrestaurant auf Helgoland.

3. Alternative zum Plastik-Strohhalm: Der Sorbos-Halm mit Geschmack

Victor Manuel Sánchez hasst den Geschmack von Plastik auf den Lippen. Deshalb hat der junge Unternehmer sich mit der Universität Barcelona zusammengetan und einen essbaren Strohhalm entwickelt. Der soll zum Beispiel nach Erdbeere oder Zimt schmecken. Mit seiner Idee hat Victor einen Innovationsförderpreis in der Kategorie Umwelt gewonnen. Denn nicht nur der Strohhalm an sich sei biologisch abbaubar. Jeglicher Abfall, der bei der Produktion entsteht, sei ebenfalls erneut verwendbar. Doch auch hier gibt es einen Haken: Nach 25 Minuten im kalten Getränk gibt der Sorbos-Halm seinen Geschmack ab.

Weitere Alternativen zum Plastik-Strohhalm und eine perfekte Lösung

Im Handel findest du noch viele weitere Ersatzprodukte, die das Trinken erleichtern ohne der Umwelt zu schaden. Bambushalme beispielsweise sind mehrmals verwendbar, biologisch abbaubar und von Natur aus antibakteriell. Allerdings verfärben die Röhrchen aus dem schnell nachwachsenden Naturholz sich recht schnell und sind schwer zu reinigen. Trinkhilfen aus Edelstahl scheinen auf den ersten Blick optimal zu sein. Bruchsicher – check. Wiederverwendbar – check. Hygienisch – naja. Zwar kann man Edelstahl durch Hitze gut sterilisieren. Doch da man durch Edelstahl nicht durchschauen kann, weiß man nie, ob sie von innen wirklich sauber sind.

Besser eignen sich da die Kollegen aus Glas. Nur sind die wiederum nicht bruchsicher. Die einfachste und beste Lösung ist und bleibt daher, bei der Bestellung einfach zu sagen: „Für mich bitte ohne Strohhalm!“

Quelle: https://orange.handelsblatt.com/artikel/48605