Primitivo (Rotwein / Rebsorte)

Nach langen Recherchen über den Ursprung dieser roten Rebsorte konnte erst 2001 nachgewiesen werden, dass sie aus dem kroatisch-ungarischen Grenzgebiet stammt. Bereits zwei Jahre vorher wurde aber schon der endgültige wissenschaftliche Beweis erbracht, dass die Primitivotraube und der amerikanische Zinfandel identisch sind, was bereits seit den 1960er-Jahren vermutet wurde. Das kroatische Original (ihr dortiger Name „Crljenak kaštelanski“) wird hauptsächlich in Dalmatien angebaut. Die Rebsorte stellt keine hohen Ansprüche an den Boden, ist allerdings anfällig für Grauschimmelfäule und neigt häufig zu starkem Verrieseln (dem Abstoßen von Blüten und bereits in der Entwicklung befindlichen Beeren).  Dadurch kann es zu ungleichmäßigen Erträgen kommen.

 

In Deutschland sind die italienischen Primitivoweine absolut vorherrschend. Innerhalb weniger Jahre hat es diese Rebsorte zu höchster Beliebtheit gebracht, und von kaum einer Weinsorte findet man eine umfangreichere Auswahl in den Händlerregalen. Die allermeisten von ihnen stammen aus Apulien, wo die Traube vor etwa 200 Jahren heimisch wurde und heute am weitesten verbreitet ist. Dort bringt sie teilweise Spitzenqualitäten hervor, deren deutlich wahrnehmbare würzige Aromen von dunklen Waldfrüchten, Trockenpflaumen, Nelken und Zimt, sowie eine pfeffrige Note charakteristisch sind. Durch das sehr heiße und sonnige Klima Apuliens haben sie häufig hohe Alkoholwerte zwischen 13 und 14,5%. Top-Primitivos sind in der Regel sehr komplex, sehr dicht, und bestechen durch ihre wunderbare Harmonie von Fruchtigkeit, Kraft und Weichheit, wie man sie oft nur bei sehr teuren Weinen von der südlichen Rhone findet.