Misfits

Wenn wir in den Supermarkt gehen und Obst und Gemüse kaufen, werden uns ausschließlich schöne Birnen, gerade Möhren und gleichmäßig geformte Kartoffeln angeboten. Was für uns so selbstverständlich scheint ist keineswegs die Realität.

Rund ein Drittel der Ernten landen entweder auf dem Müll oder werden direkt auf dem Feld zurückgelassen, da ihr Aussehen nicht der Norm entspricht. Die sogenannten „Misfits“, übersetzt „Außenseiter“, sind aussortiertes Obst und Gemüse, das aufgrund ihres Aussehens nicht im Supermarkt zum Verkauf angeboten werden kann. Krumme Gurken, sich umarmende Möhren und Co. können nicht optimal transportiert werden und die Kunden greifen tendenziell eher zum „perfekten“ Obst und Gemüse. Somit müssen sie als Ausschussware entsorgt werden.

Der Geschmack der Außenseiter unterscheidet sich jedoch keineswegs von dem der „Idealfrüchte“, die wir kennen. Die Außenseiter hätten umso mehr Charakter und auch den würde man schmecken, sagt das Team hinter dem Berliner Initiative Culinary Misfits. Die zwei Frauen haben es sich 2012 zur Aufgabe gemacht den „Außenseitern“ eine zweite Chance zu geben, indem sie sie in ihrer Werkstatt anbieten.

Auch einige Supermärkte bieten nun vermehrt die Früchte, die nicht der Norm und der üblichen Ästhetik entsprechen, an. Dieses Konzept verlangt natürlich auch von den Konsumenten ihren Beitrag gegen die Lebensmittelverschwendung zu leisten und zu dem weniger „schönen“ Obst und Gemüse zu greifen.

Zwar erscheint uns ihr Aussehen anfangs ungewohnt, doch püriert in Suppen, Smoothies, Kuchen, Pürees und Saucen fällt das überhaupt nicht mehr auf!