Lebensmittelverschwendung

Laut dem Ernährungsreport des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wirft der Deutsche jedes Jahr 55 kg Lebensmittel weg. Davon ist bis zur Hälfte der Lebensmittel noch verzehrbar. Die Studie hat ergeben, dass in Deutschland rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle (Frischemasse) pro Jahr verschwendet wird.

Der größte Anteil der verschwendeten Lebensmittel sind frisches Obst und Gemüse. Gefolgt davon sind gekochte Lebensmittel sowie auch Brot und Backwaren. Grund für die Entsorgung der verwertbaren Lebensmittel bestehen meistens aus optischen oder geschmacklichen Gründen. Ein weiterer Grund sind falsche Mengenplanung beim Einkauf und Kochen. Tatsächlich sind nur sechs Prozent der verworfenen Lebensmittelprodukte über dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Dabei betrifft die Lebensmittelverschwendung nicht nur private Haushalte, sondern auch Restaurants und Supermärkte. Gesetzlich ist es untersagt, abgelaufene Lebensmittel zu verkaufen oder zu verschenken. Dementsprechend müssen sie im Müll entsorgt werden. 

Containern

Es gibt junge Menschen, die Müllcontainer der Supermärkte nach Ladenschluss durchsuchen, um Lebensmittel zu retten und ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung zu setzen. Auf der anderen Seite sehen einige darin eine Verletzung ihrer Besitzrechte. Letztendlich ist das „Containern“ rechtlich gesehen illegal. Nach der Ciney-Umfrage sieht die Mehrheit der Befragten das „Containern“ als unproblematisch und sollte straffrei sein.

Lebensmittel richtig lagern

Mit richtiger Lagerung kann bereits der Lebensmittelverschwendung entgegengewirkt werden. Kühlschränke besitzen je nach Bereich des Fachs eine andere Temperatur. 

Im obersten Fach sind um die 8 °C. Dort sind gut haltbare Lebensmittel, beispielsweise Marmelade, Aufstriche, eingelegte Oliven und Gurken zu lagern. Das mittlere Fach ist ca. 5 °C kalt. Dieses Fach besitzt die optimale Temperatur, um Milchprodukte aufzubewahren. Das untere Fach ist am kältesten und beträgt um die 2 °C. Dort sind leicht verderbliche Lebensmittel wie z.B. Fleisch, Fisch und Wurst zu lagern. Das Gemüsefach ist mit 10 °C der wärmste Bereich und ist somit perfekt für empfindliches Obst und Gemüse gedacht. Die Kühlschranktür ist auf die gleiche Temperatur des Gemüsefachs gekühlt und eignet sich zur Aufbewahrung von Getränken, Eiern und Butter.

Es gibt Produkte, die nicht im Kühlschrank gelagert werden sollten. Dazu gehören Brot, empfindliche Südfrüchte wie z. B. Bananen und Orangen. Auch Gemüsearten mit hohem Wasseranteil beispielsweise Tomaten, Gurken und Zwiebeln, verderben im Kühlschrank schneller.

Lebensmittelverderb erkennen

Vorgepackte Lebensmittel tragen ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Die Formulierung „mindestens haltbar bis…“gibt an, dass der Konsument bis zum deklarierten MHD, die typischen Eigenschaften wie Geruch, Geschmack und Nährwert vom gewährleistet sind. Irrtümlicherweise bedeutet es nicht, dass das Produkt nach dem MHD nicht mehr verzehrbar ist, denn die meisten Produkte sind weitaus länger verzehrbar. Leicht verderbliche Lebensmittel wie rohes Fleisch, Geflügel und vorgeschnittenes Salat sollten tatsächlich nicht mehr nach dem MHD verzehrt werden. Bei Milchprodukten hingegen kann mit den eigenen Sinnesorganen getestet werden. Dabei sollte auf die Optik des Produktes geachtet werden. Sollten keine ungewöhnlichen Verfärbungen aufzufinden sein, zeigen Geruch und der Geschmack letztendlich, ob das Produkt noch genießbar ist. Ungeöffnete und fermentierte Produkte beispielsweise wie Essiggurken sind nach dem MHD unbedenklich zu verzerren.

Frankreich als gutes Vorbild

Seit drei Jahren dürfen Supermärkte in Frankreich keine Lebensmittel weggeworfen werden. Die Tafel verfügt dadurch deutlich mehr Lebensmittel für Bedürftige. Bei aufgedeckter und angeklagter Lebensmittelverschwendung kann eine Geldstrafe 3750 € drohen. Seit dem 11. Februar 2016 müssen Supermärkte, mit einer Ladenfläche von mehr als 400 Quadratmeter, unverkaufte Lebensmittel an örtliche Tafeln oder gemeinnützige Organisationen spenden.