Kaktus, Algen und Co. – die Superfoods der Zukunft

Im Jahr 2050 werden auf diesem Planeten mehr als 9 Milliarden Menschen leben, die alle mit Nahrung versorgt werden müssen. Das heißt, wir können nicht mehr so leben wie wir es bisher taten. Unsere Ernährung wird sich umstellen müssen. Auf der Erde gibt es mehr als 50.000 essbare Pflanzen die uns zur freien Verfügung stehen. Doch wir essen nur momentan nur ca. 12 davon und nur 5 verschiedene Tierarten. 

Wir zerstören die Böden durch Monokultur und setzen immer mehr Treibhausgase frei, zum Beispiel durch die enormen Transportwege eines Lebensmittels von der Ernte bis in unsere Küche. Wir belasten das Grundwasser mit Giften, töten Tiere und verschmutzen die Umwelt durch die Flut an Plastikverpackungen.

Nachhaltigkeit ist ein Thema, das die letzten Jahre nicht mehr aus unseren Köpfen wegzudenken ist, doch wer plant schon, was in 30 Jahren oder länger ist? Viele denken schon um, wenn es um Plastik geht oder ob man das Auto nimmt oder vielleicht doch auch mal das Fahrrad. Doch wer denkt schon, was wir in der Zukunft (noch) essen können? Dass uns nicht mehr alles so zur Verfügung stehen wird wie jetzt, sollte jedem bewusst sein. 30 Jahre sind zwar eine lange Zeit, doch im Grunde genommen sehr kurz. Deshalb stelle ich euch hier ein paar Lebensmittel vor, die für die Zukunft der Menschheit sehr wichtig werden. So wichtig, dass sie unser Überleben sichern können.

1. Algen

Nicht nur beim Sushi werden Algen für uns lebenswichtig sein. Algen sind hauptverantwortlich für die Sauerstoffproduktion auf der Erde. Außerdem sind sie reich an essentiellen Fettsäuren, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen. 

In der asiatischen Küche stehen Algen schon lange auf der Speisekarte. Was ihr aber bestimmt noch nicht wusstet: In ca. 70 Prozent aller weltweit verarbeiteten Lebensmitteln ist heute schon Alge enthalten. Algen gibt es nicht nur im Meer, sondern auch in Seen, Flüssen, Pilzen und Flechten. Es gibt ca. 400.000 Algenarten, aber nur 40.000 davon sind wissenschaftlich erforscht und nur 200 werden unter anderem für die Lebensmittelproduktion verwendet. 

Wesentlich bei Algen als Superfood für die Zukunft ist ihr schnelles Wachstum, ihr Gehalt an Proteinen, Kohlenhydraten und Vitamin B12. Außerdem sind sie kalorienarm und enthalten ungesättigte Fettsäuren. Wichtig für unsere Umwelt ist hierbei: Sie wachsen auf Flächen, die wir nicht für die Landwirtschaft benötigen. 

2. Kakteen

Kakteen sind alles wohl eher als Deko-Element in der Wohnung bekannt. Dass man diese Pflanze auf so viele verschiedene Arten essen kann, wissen wohl die wenigsten. In Mexiko sind sie bereits ein großer Bestandteil in der Nahrungsaufnahme. Sie stecken voller Vitamine, Ballaststoffe, Antioxidantien und Aminosäuren. 

In der Verwendung können verschiedene Teile von beispielsweise Opuntienkakteen verwendet werden. Die Glieder dieser Kaktee können zu einem leckeren Salat verarbeitet werden. Die Früchte der Opuntie sind als Feigenfrüchte sogar bereits im Handel erhältlich. Aus den Früchten der Kaktee Echinocereus wird in den USA eine sehr beliebte Marmelade hergestellt. Die Säfte von Kakteen werden zum Beispiel für Lippenbalsam verwendet und die Blätter können wir Soja oder Tofu als Steak zubereitet werden. 

Kakteen also unfassbar vielseitig und lassen sich als Ersatz für viele Lebensmittel verwenden und sind zudem noch sehr gesund!

3. Wurzelgemüse

Wurzelgemüse ist robuster, da es unter der Erde wächst. Als Beispiel hierfür kann ich die Schwarzwurzel nennen. Sie ist ganz so geläufig wie beispielsweise die Karotte, doch sie steckt voller Vitamin E und Eisen und eignet sich perfekt als Beilage, da sie geschmacklich der Pastinake sehr ähnlich ist. 

4. Seitan

Seitan ist Weizeneiweiß. Er lässt sich als Fleischersatz in vielfältiger Weise verarbeiten und trifft die Konsistenz von Fleisch auch besser als Sojaprodukte. Seitan ist ein sehr altes Lebensmittel, in Asien verarbeiten ihn Mönche schon seit Hunderten von Jahren. 

Es enthält ca. 25 Prozent Protein und das ist für ein rein pflanzliches Produkt allerhand! Dazu ist es fettarm. Der Nachteil für alle glutenunverträglichen Menschen: Seitan ist Gluten. Die Alternative wäre Seitan aus Dinkel.