Das italienische Weinanbaugebiet Venetien

Im Mittelalter galten die Machtzentren dieses Gebietes, Venedig, Verona und Padua, zu den besten Abnehmern der venetianischen Weine. Natürlich wird in diesen Städten heute noch reichlich Wein aus der Umgebung getrunken, aber die bekanntesten Gewächse sind längst international verbreitet. Allerdings nicht immer mit dem besten Image. Soave, Valpolicella und Bardolino sind häufig kaum mehr als banale Alltagsweinchen, die man an jeder Ecke kaufen kann und mehr Kopfschmerzals Genussgarantie versprechen. Es geht aber auch anders. Der Soave und sein zwei Jahre, manchmal im Eichenholzfass gereifter großer Bruder Soave Riserva kann mit zu den besten Weißweinen des Landes zählen. Gekeltert wird er aus der Sorte Garganega, meist mit bis zu 30 Prozent anderer Trauben wie Trebbiano, Chardonnay oder Pinot Bianco. Es gibt aber noch ein weißes Erzeugnis, das seinen Siegeszug durch die Welt angetreten hat. Der Prosecco, in der Frizzante-Version, war aber nicht nur in Deutschland zuletzt wegen bescheidenen Qualitäten und Traubenmischungen als IGT-Varianten zu Schleuderpreisen bei Weinliebhabern in Verruf geraten. Dabei kommen aus den eigentlichen Zentren der Prosecco-Region, Valdobbiadene und Cinegliano, ausgezeichnete Frizzanti, Spumanti und sogar Weißweine. Um nun zu verhindern, dass weiterhin billige Tröpfchen als Prosecco IGT das Image zu ruinieren drohen, darf Prosecco nur noch in den Provinzen Belluno, Gorizia, Padua, Pordenone, Treviso, Triest, Udine, Venedig und Vicenza versektet und abgefüllt werden. Seit Mitte 2009 bezeichnet Prosecco eines der Produktionsgebiete und nicht mehr den Sortennamen. Damit es keinen IGT Prosecco mehr gibt, wurde der Traubenname Prosecco in Gera umgewandelt. Heimische und ausländische Abfüller dürfen zwar seitdem weiterhin Gera-Grundweine erwerben, müssen aber nun ihr Erzeugnis als Glera IGT Frizzante oder Spumante deklarieren. Aber keine Regel ohne Ausnahme, und man wird sehen, wie sich der Markt für mehr oder weniger prickelnden Prosecco entwickeln wird.

Zur 80.000 Hektar Rebfläche umfassenden Region Venetien zählt aber auch das Urlaubsgebiet am Ostufer des Gardasees. Von hier kommen die Rotweine Valpolicella und Bardolino, die aus mindestens 80 Prozent Rondinella und Corvina Veronese bestehen müssen. Nicht zuletzt bedingt durch die großen Touristenströme aus dem In- und Ausland sind die Preise oft sehr niedrig und die Qualitäten entsprechend, doch gibt es außerdem etliche Erzeuger, die sehr gute Weine anbieten.

Die roten Highlights der Region sind aber die Amarone-Weine. Sie entstehen aus getrockneten Trauben und sind daher kraftvoll, alkoholreich und mit intensiver Frucht ausgestattet. Heute zählen die trockenen Recioto della Valpolicella-Amarone mit zu den besten Italiens und auch die süßen Vertreter Recioto della Valpolicella und Recioto di Soave genießen einen hohen Ruf. Eine ähnliche Variante ist der trockene Valpolicella Ripasso. Dabei wird der durchgegorene Wein mit den abgepressten Schalen für den Amarone vermengt und gärt noch einmal mit dem Ergebnis, dass er nicht ganz so mächtig wie der Amarone ist, aber doch mehr Frucht, Eleganz und Kraft als zuvor bekommt.

Quelle: https://www.weingueter-in.de/italien/weinanbaugebiete/venetien/